Willkommen im Transsilvanica Archiv
Standort Blankenheim (Eifel)
Das Transsilvanica Archiv sammelt Publikationen aus dem rumäniendeutschen Sprachraum. Unsere "Siebenbürgen-Bibliothek" besteht derzeit aus knapp 3.000 bibliographischen Einheiten / Datensätzen. Wir ordnen, pflegen und entwickeln unsere Bestände und verfolgen damit ähnliche Ziele wie das Siebenbürgen-Institut in Gundelsheim oder das Friedrich-Teutsch Haus in Hermannstadt. Dubletten stehen zum Verkauf.
In einem ferneren Schritt geht es sicher auch darum: zur Forschung (und zur Landesentwicklung) beizutragen.
Die deutschsprachige Gesellschaft, die sich in den Grenzen des heutigen Rumänien in Jahrhunderten gebildet und stabilisiert hatte, befindet sich seit den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts im dramatischen Exodus. Die Rückwanderung (Emigration) war hauptsächlich bedingt durch das wirtschaftliche und politische Desaster im staatssozialistischen Rumänien, sie wurde aber auch unterstützt durch eine bundesdeutsche Politik, deren Perspektive Europa noch nicht war.
Im Ergebnis gehören die Sieberbürger Sachsen und die Banater Schwaben (Gesellschaften, die jeweils nur etwa 250.000 Menschen umfassten) heute zu den vom Aussterben bedrohten Völkern Europas. Dabei haben sie in ihrer Geschichte Kulturleistungen hervorgebracht, die die größte Bewunderung verdienen. Dies gilt vor allem für den siebenbürgischen Wehrkirchen- und Städtebau , aber auch für die regionale landes- und naturkundliche Forschung, für Kunst und Literatur, die Historiographie usw.
Die evangelische Kirche hat in Siebenbürgen eine zentrale Rolle gespielt und steht in ihrer Bedeutung weit über jener der übrigen (deutschen) Landeskirchen. Sie war Mittelpunkt einer Gesellschaft, die sich bis in die Zeit des Kapitalismus hinein genossenschaftlich organisierte, durch gegenseitige Hilfe in Bruder-, Schwestern- und Nachbarschaften. Die Gesellschaft kontrollierte sich in der Hauptsache selbst, nicht vermittelt über eine staatliche Verwaltung. Durch Regeln eher, die sie sich im Laufe der Zeit gegeben hat. So ist auch das siebenbürgische Landrecht entstanden, nicht als Polizeirecht, sondern als Recht einer solidarischen Bürgergesellschaft.
Die Eigenheiten der siebenbürgischen und der banater Geschichte sind in der Forschung nicht unbekannt. Trotzdem bedarf es, angesichts der Tatsache, dass es diese beiden Gesellschaften praktisch kaum mehr gibt, verstärkter Bemühungen, die in Rumänien untergehenden „deutschen“ Kulturgüter zu bewahren, zu pflegen und zu entwickeln. Vor diesem Hintergrund erscheint es geboten, über eine deutsche (internationale) Universität mit Standorten in Hermannstadt und Temeschwar konkret nachzudenken ...
